Mit Tausendfüßern und Riesengespenstschrecken für eine saubere Landschaft

Die Arbeitsgruppe "Müllexperten" des Heidelberger Professors Dr. Jürgen Storrer zeigt, dass Umweltpädagogik Spaß machen kann. Mittels tropischer Insekten werden SchülerInnen in die Kreislaufwirtschaft der Natur eingeführt und lernen so, den Recyclingkreislauf von Produkten kennen und schätzen.
Wenn Tausendfüßer und Riesengespenstschrecken (siehe Bild) Blätter zernagen, ist die Aufmerksamkeit der SchülerInnen gewiss. Mit diesem Beispiel und anderen vermitteln die Heidelberger Didaktiker Heranwachsenden den Kreislauf der Natur. Das Blatt fällt im Herbst vom Baum, wird vom Tausendfüßer gefressen, dessen Kot wiederum als Dünger für die Pflanzen des Waldes dient.

Riesengespenstschrecke
Bildunterschrift: Riesengespenstschrecke. Quelle: www.muellexperten.de


Einen achtlos oder absichtlich ausgespuckten Kaugummi frisst hingegen niemand. Also muss er recycelt werden und darf nicht in Fußgängerzonen oder in der Natur landen. Mit solchen anschaulichen Beispielen lernen SchülerInnen, wie sich das natürliche Littering von Blättern und Ästen vom Littering von vielen vom Menschen hergestellten Gütern unterschiedet. Von da an ist es nur noch ein kleiner Weg, um den Sinn der Kreislaufwirtschaft zu verstehen. Darüber hinaus bleibt das so Gelernte "hängen", weil das emotionale Erlebnis, solche tropischen Insekten auf der Hand zu halten, im Gedächtnis haften bleibt und somit auch die Botschaft des Recyclings.

In mehreren außerschulischen Lernorten, aber auch mit schulischen Unterrichtskonzepten, bilden die Pädagogen SchülerInnen zu Müllexperten aus. Als besonderer Anreiz zur Mitarbeit im Unterricht dienen ein Müllexpertenausweis und ein Müllexpertenbutton, die nach erfolgreich absolviertem Abschlusstest vom Lehrer oder von der Lehrerin ausgehändigt werden. Durch den offiziellen Charakter der Müllexpertenausbildung werden die SchülerInnen motiviert, ihr Expertenwissen im Schulalltag anzuwenden und zu Hause in die Familien zu tragen. Eine solche Müllexpertenausbildung umfasst viert Unterrichtsstunden und gliedert sich in drei Abschnitte:
Vorbereitende Stunde: Die SchülerInnen diskutieren eine Konfliktsituation und Begriffe werden geklärt.

Doppelstündige Expertenausbildung: In Gruppen bearbeiten die SchülerInnen Lernstationen zu den genannten Themenschwerpunkten. Sie erarbeiten sich ihr Expertenwissen selbständig und können es durch Selbstkontrollen überprüfen. Nach dem Prinzip "Lernen durch Lehren" stellen sie ihre Arbeitsergebnisse den anderen Gruppen vor.

Nachbereitende Stunde: Die SchülerInnen absolvieren einen Müllexpertentest. Zur Festigung des Gelernten diskutiert die Klasse abschließend einen Leserbrief zum Thema Mülltrennung. Eine Müllexpertenkiste, in der alle Materialien samt Lehrerhandreichung enthalten sind, können Gebietskörperschaften käuflich erwerben und Schulen ausleihen.

Weitere Infos finden Sie unter
www.muellexperten.de und www.Insektenzuchtraum.de


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