Soziale Kontrolle dämmt Littering ein (1991)

Anti-Littering-Kampagnen können das Gefühl, beim achtlosen Wegwerfen von Verpackungen ein sozial unerwünschtes Verhalten zu begehen, erzeugen oder verstärken. Je größer die soziale Kontrolle ist, desto mehr schreckt die Angst, in Verlegenheit gebracht zu werden, vor dem achtlosen Wegwerfen von Gegenständen ab.
Soziologen der Universität von Oklahoma wandten in ihrer Studie Theorien aus der Kriminologie auf das Littering an. Danach wirken Scham als selbst auferlegte Strafe sowie die moralische Verurteilung anderer als von außen auferlegte Strafe genauso als Abschreckung, wie Strafen, die durch Gesetze auferlegt werden.
Anti-Littering-Kampagnen, die das Gewissen der Bürger oder den Stolz der Gemeinschaft auf ihre Stadt ansprechen, steigern im Falle des Wegwerfens das Gefühl eigener Scham. Soziale Kontrolle verstärkt eine positive Verhaltensweise, Anonymität verringert sie.

Die Wissenschaftler befragten Bürger aus Oklahoma-City fünf Jahre vor Beginn (1982) und zwei Jahre nach dem Start einer Antilittering Kampagne (1989) zu ihren Einstellungen zum Littering.

  • 1982 antworteten 37%, sie fühlten sich schuldig, wenn sie littern würden. 1989 waren es bereits 67%.
  • 1982 sagten 8% aus, sie würden definitiv den Respekt vor anderen verlieren, die littern würden. 1989 waren es bereits 21%.
  • 1982 glaubten 39%, sie würden eventuell auch künftig wieder littern, 1989 waren es nur noch 31%.

Fazit:
Die Studie belegt grundsätzlich die Wirkung von Kampagnen gegen Littering. Aber es wird auch deutlich, dass eine Minderheit offenbar nicht erreicht werden kann.

Quelle: Shame and embarrasment as deterrents to noncompliance with the law. The case of an Antilittering Campaign; in: Environment and Behavior, Vol. 23 No. 2, March 1991.

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