Littering-Verhalten variiert nach sozialen Gruppen (1997)

Eine australische Forschergruppe beschäftigte sich 1997 mit der Frage, warum Menschen littern und was sie auf Nachfrage als Begründung für ihr Handeln angeben. Eine Forschungsgruppe um Rob Curnow von den Community Change Consultants (CCC) analysierte 1997 im Auftrag des Beverage Industry Environment Council das Littering-Verhalten von 9.000 repräsentativen Bewohnern australischer Großstädte anhand von Beobachtungen und anschließender Befragung. Mit der Studie „Understanding Littering Behaviour in Australia“ konnten sie bestimmte Verhaltensmuster klar herausarbeiten:

  • Littering wurde von Männern und Frauen gleichermassen begangen.
  • Jugendliche unter 15 Jahren litterten weniger als alle anderen Altersgruppen.
  • Die Unter-25-Jährigen litterten mehr in der Gruppe, die Älteren mehr, wenn sie allein unterwegs waren. Offenbar animierte bei den Jüngeren die Gruppe eher zum Littering, während sie es bei den Älteren durch soziale Kontrolle eher verhinderte.
  • Raucher und Nichtraucher verhielten sich bei der Abfallentsorgung gleich, abgesehen von den Zigarettenstummeln. Diese wurden von den Rauchern dreimal so häufig gelittert wie korrekt entsorgt.
  • Es gibt "Zwitter"-Personen, die manchmal littern und manchmal Abfallbehälter benutzen.
  • Personen, die Abfall wegwarfen, begründeten ihr Verhalten unterschiedlich: Mal wurden fehlende Entsorgungsmöglichkeiten angeführt, mal Unwissenheit oder schlichte Vergesslichkeit. Die Ausreden für das Littering von Lebensmittelverpackungen, Papier oder Zigarettenstummeln waren zum Teil recht phantasievoll.

Die Forscher unterteilten die "Litterer" in drei verschiedene Verhaltensmuster: Der "Stopfer" drückt Abfälle in Sitzspalten und ähnliche Hohlräume hinein. Der "Beerdiger" verbuddelt seinen Unrat im Sand bzw. versteckt ihn unter Blättern oder Ähnlichem. Der "Korbwerfer" schließlich versucht, den Abfall durch Wurf in den Abfallbehälter zu entsorgen, schafft es jedoch nicht und lässt ihn dann liegen. Die Consultants ermittelten weiterhin, dass Abfallkörbe zweimal so häufig benutzt wurden wie gelittert wurde. Die Mehrzahl der Befragten hielt zwar Littering nicht für akzeptabel, doch vier von fünf Personen gaben zu, schon gelittert zu haben. Als Grund wurde mehrheitlich Bequemlichkeit genannt.

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