Studie aus den Niederlanden untermauert „Broken-Windows-Theorie“ (2008)

Eine heruntergekommene Umgebung verleitet die Bewohner, wesentlich häufiger soziale Normen zu brechen als dies in einer gepflegten Gegend vorkommt. Sind die Hauswände beschmiert und liegt überall Müll herum, sinkt die Hemmschwelle, den eigenen Abfall einfach dazu zu werfen. Auch Fälle von Kleinkriminalität nehmen in verwahrlosten Nachbarschaften zu. Diese Thesen der so genannten „Broken-Windows-Theorie“ konnten niederländische Psychologen der Universität Groningen um Kees Keizer jetzt bestätigen.

In der Ende 2008 vorgestellte Studie beobachteten die Wissenschaftler das Verhalten einer Vielzahl von Versuchspersonen in unterschiedlichen Umgebungen. An einem Fahrradparkplatz in der Groninger Innenstadt montierten die Forscher die Abfallkörbe ab und klemmten jedem Fahrrad einen Zettel an den Gepäckträger mit den Worten "wir wünschen dir schöne Ferien". Die Radfahrer waren also gezwungen, den Zettel bis zum nächsten Abfallkorb mitzunehmen oder ihn aber einfach auf die Erde fallen zulassen. Ein Schild bat die Radfahrer, den Platz sauber zu hinterlassen. 67 Prozent der Radfahrer nahmen den Zettel mit.

Zu einem späteren Zeitpunkt verunstalteten die Forscher die Fassade des Parkplatzes über und über mit Farbschmierereien. Das Ergebnis: die Anzahl der Zettel, die einfach auf den Boden geworfen wurden, verdoppelte sich von 33 auf 69 Prozent. Sozial unerwünschtes Verhalten nimmt also in einer heruntergekommenen Umgebung zu. Das Verhalten der Menschen verändert sich in Abhängigkeit von ihrer Umgebung - es lohnt sich also, für eine saubere Stadt zu arbeiten.

Ein zweiter Versuch bestätigte die Ergebnisse der Forscher: ein Fünf-Euro-Schein, der aus einem Briefkasten herausragte, wurde aus einem schäbigen Kasten deutlich öfter gestohlen als aus einem gepflegten.

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