Regelmäßiges Aufräumen baut Littering vor (1980)

Eine Studie aus Kalifornien zeigt: Bei verdreckten Plätzen ist die Hemmschwelle, etwas hinzuzuwerfen niedriger als bei sauberen. Regelmäßiges Aufräumen ist wirksamer als unregelmäßige, große Abfallsammelaktionen. Plakate verringern das Littering ebenfalls, wobei unerheblich ist, ob die Texte kooperativ oder drohend verfasst werden. Die Plakate waren weniger wirksam als die Säuberung der Flächen.

Psychologen der Universität Sacramento in Kalifornien wählten eine sechsstöckige Parkgarage als Ausgangspunkt ihres Experiments. Sie stellten Schilder auf, wobei der eine Teil kooperative Botschaften trug, der andere Strafen androhte. Dann wurde das Verhalten der Besucher beobachtet und ausgewertet.

Die Ergebnisse:

  • Hinweisschilder verringerten das Littering. Schilder mit freundlichen, kooperativen Texten waren dabei ebenso wirkungsvoll wie Schilder, die im Falle des Litterns Strafe androhten. Die Wirkung der Schilder nahm im Zeitverlauf ab.
  • Ohne Ausnahme waren jene Plätze stärker vom Littering betroffen, die bereits vor der Untersuchung dreckig gewesen waren. Abfall zieht Abfall an („Broken-Windows-Theorie“).
  • Offenkundig ist die Behauptung "jeder tut es" ausreichend für die Rechtfertigung, den herumliegenden Gegenständen weitere hinzuzufügen.
  • Auf Plätzen, die bereits vor der Untersuchung aufgeräumt waren, wurde weniger gelittert. Die Hemmschwelle, auf einen sauberen Platz Abfall zu hinterlassen, steigt mit zunehmender Sauberkeit signifikant.
  • Aufräumaktionen werden von den Wissenschaftlern äußerst positiv bewertet. Regelmäßige Säuberungen sind wirksamer als unregelmäßige, große Aufräumaktionen.
Quelle: Reiter, Susan M., Samuel, William: Littering as a Function of prior Litter and The Presence or Absence of Prohibitive Signs; in: Journal of Applied Psychology, 1980, 10, 1.

zurück zu Studien

Home