Auch in Singapur ist nicht alles sauber

Die südostasiatische Millionenstadt Singapur ist weltweit für ihr sauberes und gepflegtes Stadtbild bekannt. Singapur gilt als "The Fine City": Die Bezeichnung ist ein Wortspiel mit dem englischen Begriff "fine", der sowohl "schön" als auch "Bußgeld" heißen kann. Das restriktive Ordnungsrecht in Singapur beschränkt sich bei weitem nicht nur auf Litteringdelikte. Vandalismus wird ebenso streng bestraft wie das Spucken, Rauchen oder Urinieren in der Öffentlichkeit oder das mutwillige Beschädigen von Pflanzen. Überall weisen Schilder darauf hin, dass Littering unter hoher Strafe steht.

Zumindest in der City stimmt die Bezeichnung "The Fine City". Auf den Straßen und Gehwegen findet man keine Essensreste, kein Papier, keine Zigarettenkippen. Singapur ist allerdings auch nur dort sauber, wo die Verbote kontrolliert werden. Die Außenbezirke der Millionenstadt haben wenig mit dem "clean image" gemein. Zwar gibt es auch hier die berühmten Warn- und Verbotsschilder mit den Strafgelddrohungen, aber mangels Kontrolle werden sie kaum beachtet. Hier findet man einiges an Müll auf den Straßen.

So gab das Umweltministeriums von Singapur 2008 zu, die Littering-Probleme der Stadt seien nicht gelöst. Hohe Bußgelder allein könnten die Sauberkeit nicht gewährleisten. Umwelterziehung sei nötig, nur mit einem langfristigen Ansatz könne das Verhalten der „litter-bugs“ verändert werden. Daher betreibt Singapur auch Kampagne für eine saubere Stadt. Die Stadt klärt auf. In Schulen und Stadtteilen werden Gespräche geführt und Ausstellungen organisiert. Vermehrte Aufräumaktionen sollen den Abfall beseitigen, damit die Hemmschwelle sinkt, neuen hinzuzuwerfen.

Keine Frage – Singapur ist zwar ein verhältnismäßig sauberer Stadtstadt, das Bild von der klinisch reinen Metropole ist aber überzogen.


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