Berlin - Tierärzte gegen Hundekot

Berlin ist nicht nur die politische Hauptstadt Deutschlands. Sie ist auch Hauptstadt der Hunde - und damit des Hundekots. Nirgendwo tummeln sich so viele Vierbeiner wie in Berlin. Rund 150.000 Hunde hinterlassen jeden Tag 55 Tonnen Kot. Ärger zwischen Hundehaltern und Bürgern, die immer wieder in „Tretminen“ geraten, bleibt dabei nicht aus.

Die Hundehalter sind nach dem Berliner Straßenreinigungsgesetz verpflichtet, die Hinterlassenschaften ihrer Tiere zu beseitigen. Wer sich nicht daran hält wird mit 35 Euro zur Kasse gebeten. Die Berliner Stadtreinigungsbetriebe (BSR) bemühen sich um Aufklärung, verteilen Flyer und kostenlose Gassibeutel, doch viele Hundebesitzer sind uneinsichtig. Viele Glauben, die Hundesteuer befreie sie von der Entsorgungspflicht für die Haufen ihrer Lieblinge. Doch dem ist nicht so. Die Hundesteuer wird nicht zweckgebunden für die Straßenreinigung erhoben und reichte dafür auch bei weitem nicht aus.

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Plakat der BSR zum Thema Hundekot (Quelle: BSR 08/2008)


Nun hat sich die Stadt einen weiteren Verbündeten im Kampf gegen die Hundehaufen ins Boot geholt: die Berliner Tierärzte. „Die Tierärztekammer Berlin unterstützt die städtischen Ordnungsämter auch nach Ablauf der Aktionswoche für ein „Sauberes Berlin“ tatkräftig beim Hundekot-Problem – und hat gerade an alle 304 Berliner Tierarztpraxen Plakate und insgesamt weit über 15.000 Sammelbeutel für Hundekot verteilt“, heißt es in einer Erklärung der Kammer vom 1. November 2006. Die Beutel werden kostenlos an Hundebesitzer abgegeben, um sie für das Problem zu sensibilisieren und anzuregen, die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner zu entsorgen. Bleibt zu hoffen, dass die medizinische Autorität der Tierärzte den einen oder anderen Hundehalter zum Umdenken bewegt.

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